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Innovationen sind Störungen

Strategie ≠ Planung

3/15/2025

 
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„Sie sollten strategischer denken“ – schon einmal gehört? Vielleicht haben Sie sich gefragt, was damit eigentlich gemeint ist. Ist Strategie nicht Sache des Vorstands oder der Strategieabteilung? Warum also sollten auch Sie strategisch denken?

Strategisches Denken bedeutet weit mehr, als sich mit Markt, Kunden und Wettbewerbern auseinanderzusetzen. Es umfasst ebenso die Reflexion über die eigene Organisation – und die Menschen, die sie prägen. Strategie ist nicht allein Chefsache: Sie betrifft jeden Einzelnen und jedes Team, weil sie Orientierung für Entscheidungen auf allen Ebenen schafft.

Ein Plan ist keine Strategie
Was oft als „strategische Planung“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit meist nur eine Sammlung geplanter Aktivitäten. Planung beschreibt, was getan werden soll.
Strategie dagegen ist ein integriertes System von Entscheidungen, das ein Unternehmen auf einem gewählten Spielfeld erfolgreich positioniert.


Dahinter stehen zwei zentrale Fragen:
  1. Warum sollten wir genau auf diesem Spielfeld agieren – und nicht auf einem anderen?
  2. Wie bedienen wir dort die Kundenbedürfnisse besser als unsere Wettbewerber?
Die Antworten darauf müssen sowohl überzeugend als auch umsetzbar sein. Nur dann können sie die Unternehmensziele tatsächlich tragen.

Planung konzentriert sich vor allem auf Ressourcen. Einmal genehmigt, ist sie leichter steuerbar und daher bequemer als Strategie. Doch echte Strategie verlangt mehr: Klarheit über Richtung, Abgrenzung und die Fähigkeit, Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Strategie fokussiert sich auf die intendierte Wirkung.
Das bedeutet Kunden müssen die Angebote nachfragen. (Dies gilt auch für interne Kunden). Die Herausforderung dabei ist, dass Sie ihre Kunden nicht zwingen können. Diese entscheiden, ob sie die Angebote annehmen. Daher können Sie nur mit Annahmen starten, von deren Erfolg Sie überzeugt sind. Sie können es vorne herein weder beweisen und noch garantieren.
Das erfordert gründliches Nachdenken darüber, wo man hinwill. Die Voraussetzung dafür ist, zu wissen, wer man ist und wer man sein möchte. Es geht dabei um
  • Hinterfragen von Annahmen, Gewohnheiten und Praktiken
  • Beobachtung des Großen und Ganzen- die Verbindung von Menschen und Ideen
  • Reflexion- Worum geht es? Wer ist beteiligt? Was steht auf dem Spiel? Was ist passiert, warum und wofür?
 
Es geht nicht nur um Analyse, sondern auch um Synthese. Strategisches Denken erfordert nicht nur Rationalität, sondern auch Kreativität. Es erfordert die Situation so zu sehen wie sie ist, nicht besser oder schlechter und die Fähigkeit sich das vermeintlich Unmögliche vorzustellen.

Strategisches Denken bedeutet Klarheit darüber zu haben, was Sie tun werden und vor allem was Sie nicht tun werden.
Welche Entscheidungen sind wann zu treffen, und wie kann man sie rückgängig machen, wenn sie sich als falsch erwiesen haben? Entscheidungen- sei es darüber, was Sie tun wollen, oder darüber, was Sie unterlassen wollen - sind ein wesentliches Element von strategischer Arbeit.

Großartige strategische Denker erkennen Sie daran, dass sie ihre strategischen Entscheide aktiv ver­teidigen. Es geht darum, fokussiert in der einge­schlagenen Richtung zu bleiben. Dies auch, wenn Sie über neue (vermeintliche) Fakten informiert werden, warum man nun dieses oder jenes anders machen muss.

Das heißt allerdings nicht „stur“ den Weg zu verfolgen. Bei der Entwicklung von Strategien werden unzählige Annahmen getroffen und natürlich sind auch Fehl­annahmen darunter. Zudem ändern sich die Rahmen­bedingungen stetig. Flexibili­tät und eine Änderung aus gutem Grund sind erfolgsentscheidend.

Zeit für strategisches Denken finden
Wenn sie nicht als strategischer Denker gesehen werden, liegt das vielleicht daran, dass Sie zu beschäftigt sind. Welchen Anteil Ihrer Arbeitszeit verbringen Sie jede Woche in Meetings, für die Bearbeitung von E-Mails und "dringenden" Fällen?

Möglicherweise ist jede Minute zum Nachdenken längst verplant. Die Folge davon sind Entscheidungen, die eher auf Reflexen als auf Reflexion beruhen. Daher ist es notwendig Raum für strategisches Denken zu schaffen.

Niemand wird diesen Raum schaffen, wenn nicht Sie selbst.
  • Das beginnt mit der Einsicht, dass dieser Raum wichtig und zu verteidigen ist.
  • Es erfordert die Fähigkeit und den Mut an geeigneter Stelle NEIN zu sagen
  • Sie brauchen die Disziplin daraus eine gute Gewohnheit zu machen.

Strategisches Denken beinhaltet, Trends zu identifizieren und Einsichten von unterschiedlichen Quellen zu erlangen. Es berücksichtigt das Wahrscheinliche, das, was aller Voraussicht nach eintreten kann. Die Gegenwart verläuft nicht in gerader Linie weiter in die Zukunft. Doch bestimmte Systeme, Kulturen, Ordnungen legen bestimmte Verhaltensweisen nahe. Und man kann nach menschlichem und fachlichem Ermessen vorhersehen, wie sich ein Teil des Systems verhält, wenn man auf eine bestimmte Weise darauf einwirkt.

Strategisches Denken zeichnet sich nicht dadurch aus, dass es uns Gewissheit verschafft, sondern dass es uns auch auf schwierige Situationen vorbereitet.

Wie vermeiden Sie die Planungsfalle?
Planung vermittelt, wie erwähnt, ein angenehmes Gefühl, weil es Sicherheit vermittelt. Strategie ist mit Unbehagen, weil mit Unsicherheit verbunden. Wir sind darauf geschult, Dinge zu unternehmen, deren Erfolg wir im Voraus beweisen können. Mit unserer Strategie können wir das nicht.
Was wir tun können, ist die dahinterliegenden logischen Annahmen transparent darzulegen. So können wir in der Umsetzung einzelne Elemente anpassen, wenn unsere Annahmen nicht richtig waren, oder die Umstände sich geändert haben. Strategie ist eine Reise und kein Konzept.

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